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Kostenfrei telefonieren & surfen im Ausland – Das Ende der Roaming Gebühren

Roaming Gebühren© TheDigitalWay / pixabay.com

Surfen und telefonieren im Ausland ist teuer. Ab dem 15. Juni 2017 sollen die Roaming-Gebühren für Handynutzer allerdings weitgehend wegfallen - darauf hat sich das Europaparlament geeinigt. Die genauen Details der Regelung sind noch offen, die endgültige Fassung wird im Dezember erwartet. Wer den richtigen Tarif wählt, kann aber schon jetzt ohne Extrakosten telefonieren. Auch für das mobile Internet im Ausland stehen günstige Optionen bereit.

Wo sind Roaming Gebühren schon reduziert oder abgeschafft?

Die Kosten für das Datenroaming sind in den vergangenen Jahren bereits deutlich gesunken. Bevor die lästigen Gebühren im kommenden Jahr vollends abgeschafft werden, ist die Situation für Handynutzer aber noch etwas unübersichtlich. Vor einer Auslandsreise sollten Urlauber oder Geschäftsreisende sich deshalb informieren, welche Bedingungen jeweils für Telefonate und das Internet im Ausland gelten, und welchen Spartarif Sie nutzen können.

Bis zum Wegfall der Roaming Gebühren sind die Kosten durch den sogenannten "Eurotarif" gedeckelt. Ankommende Anrufe kosten 1,14 Cent pro Minute, für abgehende Anrufe fällt auf den nationalen Tarif ein Zuschlag von 5 Cent an. Für Internet im Ausland zahlt der Kunde den heimischen Tarif plus maximal 5 Cent pro MB Datenvolumen. Ausgehende SMS schlagen mit maximal 2 Cent extra zu Buche. Mehrwertsteuer muss jeweils hinzugerechnet werden.

Generell gilt Telefonieren und Surfen "wie zuhause" nur in den Staaten der EU. Das Handy in Nicht-EU-Staaten zu nutzen, bleibt teuer. Wer sich in grenznahen Gebieten aufhält, sollte deshalb die automatische Netzauswahl im Smartphone deaktivieren. Je nach Mobilfunkanbieter können sich die Kosten für Telefonieren und Internet im Ausland aber unterscheiden. Einige Unternehmen haben etwa die Schweiz, Norwegen und Island in den günstigeren Tarif einbezogen. Genaue Auskünfte gibt der jeweilige Anbieter.

Welche Netze und Tarife verzichten auf Roaming Gebühren?

Ob Telekom, Vodafone oder Telefónica – die Änderungen beim Datenroaming haben viele Netzbetreiber dazu veranlasst, ihre Tarifstruktur umzustellen und spezielle EU-Pakete anzubieten. Wer innerhalb der EU verreist und nur gelegentlich zum Handy greift, muss seinen bisherigen Tarif deshalb oft nicht ändern oder kann günstige Auslands-Pakte hinzubuchen. Für alle, die häufiger telefonieren und das Internet im Ausland sorgenfrei nutzen möchten, empfiehlt sich ein spezieller Roaming-Tarif.

Günstiges Internet im Ausland mit Telefónica – o2

Die o2 Free Endlos-Flat beinhaltet eingehende und abgehende Anrufe in Fest- und Mobilfunknetze innerhalb von 42 Ländern. Auch Telefonate nach Deutschland sind inbegriffen. Für das Internet im Ausland steht Kunden mit diesem Tarif außerdem 1 GB Datenvolumen pro Monat zur Verfügung. Im Urlaub Mails abrufen oder chatten ist somit kein Problem.

Weltweit telefonieren und surfen mit der Telekom

Um ohne Zusatzkosten zu telefonieren, lohnt auch ein Blick auf die Roaming-Optionen der Telekom. Mit der Auslandsoption All Inclusive lässt sich das Smartphone in zahlreichen Ländern genauso so nutzen wie daheim. Sie beinhaltet das Telefonieren, Versenden von SMS sowie die Datennutzung im Ausland in der Roaming-Ländergruppe 1 und in der Schweiz und ist in den aktuell vermarkteten MagentaMobil - Laufzeitverträgen kostenlos voreingestellt.

Das integrierte Volumen ist hier auf 1000 Minuten und 1000 SMS pro Monat beschränkt und darf das jeweilige Inlands-Datenvolumen pro Monat nicht überschreiten . 

Freiheit in Rot – kostenloses Internet im Ausland mit Vodafone

Bei Vodafone fallen für viele Tarife wie beispielsweise für den Vodafone Smart L. keine Roaming Gebühren in der EU an. Vodafone Kunden nutzen ihren Tarif im EU-Ausland ohne Zusatzkosten. Dies gilt für ankommende und abgehende Anrufe im Reiseland und vom Reiseland nach Deutschland, sowie für SMS und Surfen. Das gesamte Datenvolumen (auch das zusätzliche Datenvolumen) kann im Ausland genutzt werden. Für Reisen in Nicht-EU-Staaten bietet das Unternehmen spezielle Tarifpakete für Telefonate, SMS und Internet im Ausland an, die sich wochenweise dazu buchen lassen.

Internet im Ausland - wo lauern Roaming-Fallen?

Für die meisten Reisenden gehört mobiles Internet im Ausland heute einfach dazu. Sie möchten auch unterwegs jederzeit auf ihre Mails zugreifen, navigieren und surfen. Innerhalb der EU drosselt inzwischen der sogenannte Euro-Tarif die Aufschläge für das Roaming. Überall dort, wo dem Urlauber mehrere Mobilfunknetze zur Verfügung stehen, sollte er aber aufpassen: Das Handy wählt sich automatisch in das sendestärkste Netz vor Ort ein, und das muss nicht das günstigste sein. Denn die deutschen Mobilfunkanbieter wählen in der Regel nur wenige Netze aus, mit denen sie Roaming-Verträge schließen. Unter Umständen ist günstiges Internet im Ausland deshalb nur in ausgewählten Partnernetzen möglich.

Tipp: Die automatische Netzwahl im Smartphone deaktivieren und vor einer Reise prüfen, über welche Netze der Zugang zum Internet im Ausland am preisgünstigsten ist. Wichtig ist dies auch in Grenznähe zu Nicht-EU-Ländern. Um zu vermeiden, dass sich das Handy in ein teures Netz des Nachbarlandes einwählt, sollte die manuelle Netzwahl aktiviert sein.

Lösung für Sparfüchse - ausländische SIM-Karte?

Einige Sparfüchse kamen auch schon auf die Idee, nach dem Wegfall der Roaming-Gebühren dauerhaft eine ausländische SIM-Karte zu nutzen – nicht nur zum Telefonieren im Ausland. Mit einem polnischen oder lettischen Handyvertrag wären Surfen und Telefonieren auch in Deutschland günstiger als mit einer heimischen SIM-Karte. Diesem "Permanenten Roaming" will die EU-Kommission allerdings einen Riegel vorschieben. Derzeit wird diskutiert, ob der Roaming-Zuschlag pro SIM-Karte nur für 90 Tage pro Jahr wegfallen soll. Wer einen ausländischen Zweitwohnsitz hat oder längere Reisen unternimmt, müsste das Internet im Ausland also weiterhin umsichtig nutzen.

Quellen:

Preise und Tarif-Infos stammen jeweils von den Anbietern