Smartphones und Tablets in Kinderhand – das ist längst Standard und gehört zur digitalen Erziehung. Und je nach Alter können die Kinder mit der Technik oft besser umgehen als ihre Eltern. Doch die digitale Freiheit birgt auch Gefahren, für die Kinder naturgemäß noch kein Empfinden haben – und die Anbieter vieler Apps spekulieren genau darauf. Das lustige Spiel ist doch völlig gratis aus dem App-Store heruntergeladen. Doch für zusätzliche Levels, Tools oder begehrte Charaktere muss man per In-App-Kauf teuer zahlen. Verlockende Bezahlfallen gibt’s so viele. Genauso wenig möchten Eltern, dass ihre Kinder gewaltverherrlichende oder anstößige Filme aus dem Netz laden oder völlig unkontrolliert Daten in sozialen Medien oder Chatrooms teilen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Kind schon ein eigenes Smartphone besitzt oder das eines Elternteils gelegentlich mit nutzt. Hier zeigen wir, wie man das Smartphone kindersicher macht.

Apples iOS bietet einen einfach einzurichtenden Kinderschutz

Die einfachste Kindersicherung für Smartphone & Co. Bieten Apples iOS-Geräte. Dort ist die Kindersicherung bereits werkseitig programmiert und mit wenigen Klicks aktiviert. Dazu öffnet man die App „Einstellungen“ auf dem Startbildschirm und wählt das Menü „Allgemein“ und dort „Einschränkungen“. Wenn man die Einschränkungen aktiviert, kann man deren Umfang frei bestimmen. Über einfache Schieber kann man zum Beispiel den gesamten Netz-Zugang sperren, die Kamera oder weitere Funktionen. Der Nutzer kann das Installieren oder Löschen von Apps sperren oder auch bloß die Möglichkeit zu In-App-Käufen unterbinden. Ebenso lassen sich für Filme, Podcasts, Sendungen oder Apps Altersfreigaben definieren oder der Zugriff auf Kontakte, Bluetooth oder Social Media einschränken. Alle Einstellungen werden mit einer PIN gesichert und sind ebenso schnell eingerichtet und geändert wie aufgehoben.

Die Jugendschutzeinstellungen des Playstores machen das Smartphone kindersicher

Auch Samsung hat sich Gedanken zur Kindersicherheit von Smartphones gemacht. Ab dem Modelle Galaxy S6 ist in der Galaxy-Serie die App „Kids Mode“ vorinstalliert. Android setzt nicht wie Apple auf eine geräteseitige Lösung der Kindersicherung für Smartphones, sondern auf eine softwareseitige. Ohne eine spezielle Kindersicherungs-App kann man grundsätzlich Jugendschutzeinstellungen im Google Play Store aktivieren. Dazu muss man den Play Store auf dem Smartphone öffnen und unter dem Menü „Einstellungen“ die „Jugendschutzeinstellungen“ aktivieren. Nachdem man eine PIN festgelegt hat kann man den Umfang der Einschränkungen bestimmen, also etwa das Laden von Apps, Spielen, Filmen, Serien oder Musik sperren, zulassen oder einschränken, indem man nur altersgerechte Inhalte freigibt – gestaffelt von USK 0 bis USK 18. Ebenso kann man die Installation von Apps komplett verhindern, indem man unter „Einstellungen“ eine PIN festlegt und die Funktion „PIN für Käufe verwenden“ aktiviert.

Kids Place ist die beliebteste App für ein kindersicheres Smartphone

Für eine noch weitergehende Kindersicherung für Android-Smartphones gibt’s eine Reihe spezieller Apps, die man kostenlos laden kann. Etabliert hat sich die App Kids Place. Ist diese App zur Kindersicherung des Smartphones installiert, können Eltern ihr Gerät sorglos dem Kind überlassen – nur ein Fallschutz ist nicht inklusive. Die Aktivierung von Kids Place ist kinderleicht – was für viele Eltern besonders wichtig ist. Nach dem Öffnen der App fordert der Startbildschirm dazu auf „Definieren Sie eine PIN“. Anschließend muss man eine Email-Adresse für eine etwaige Wiederherstellung der vierstelligen PIN angeben. Mit dem Bestätigen der Funktion „Hometaste sperren“ leitet man nun auf Kids Place um. In einem Startbildschirm muss man nun die „Anwendungen für Kids Place auswählen“. Es erscheinen alle auf dem Gerät installierten Apps, die man nun freigeben oder sperren kann. Automatisch sperrt die App zur Kindersicherung des Smartphones den Zugang zum Google Play Store und verhindert so komplett das Installieren von Apps. Auf Wunsch kann man einen „Flugmodus“ aktivieren und so sämtliche Funkverbindungen aktivieren. Auch WiFi kann man separat freigeben oder sperren.

Kido’z Kindermodus bietet Kindersicherheit und eine tolle Spielecke

Eine weitere vielseitige und kostenlose App zur Kindersicherung des Smartphones ist Kido’z Kindermodus. Beim Start der App öffnet sich ein eigener Kinderbereich mit speziellen Apps, Videoplayer und Kamerafunktion, den man nur mit dem eingestellten Passwort wieder verlassen kann. Der Bereich Kido’z Apps umfasst 48 Apps für Kinder verschiedener Altersstufen. Der Google Play Store ist automatisch gesperrt. Als registrierter Kunde der App sind aber im Elternbereich In-App-Käufe möglich. Kido’z Kindermodus macht das Smartphone nicht nur kindersicher, sondern erlaubt auch die Einrichtung mehrerer Kinderprofile – zum Beispiel nach Alter oder auch gewisser Vorlieben des Nachwuchses. Und damit die Kinder nicht unkontrolliert lange vor dem Smartphone sitzen, kann man in der App auch Zeitgrenzen setzen – in 30-Minuten-Intervallen.

Fazit

Kinder müssen den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Geräten und den Zugang im Netz lernen. Gerade für kleiner Kinder empfiehlt sich, Ihnen unter Aufsicht das eigene Gerät zu geben und mit ihnen gemeinsam in ersten Schritten die digitale Welt zu erkunden. Ältere Kinder brauchen auch mehr digitale Freiheit – aber vor denen, die es nicht gut mit ihnen und vor allem ihrem Taschengeld meinen, schützen sanfte digitale Fesseln. Am Ende kann stehen, dass man nur noch für die Benutzung außer Haus WLAN und Bluetooth deaktiviert. Diese Funktion kann man nicht mit einem Passwort schützen. Aber man kann mit seinen Kindern darüber reden, welche Risiken es birgt, per WLAN in unsicheren Netzwerken zu surfen.